Sonntag, 9. November 2025 · Bibelwissen

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So hütet euch nun, dass ihr den Bund des HERRN, eures Gottes, nicht vergesst, den er mit euch geschlossen hat, und nicht ein Bildnis macht von irgendeiner Gestalt, wie es der HERR, dein Gott, geboten hat.

5.Mose 4,23

Gottes unsichtbares Wesen - das ist seine ewige Kraft und Gottheit - wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es mit Vernunft wahrnimmt, an seinen Werken ersehen.

Römer 1,20

Zur Zeit des Mose gab es außerhalb Israels keine nachweisbare Religion, die sowohl Monotheismus als auch ein strenges Bilderverbot praktizierte (2Mo 20:3-4). Der ägyptische Pharao Echnaton (Amenophis IV.), der von 1353–1336 v. Chr. regierte, vertrat zwar einen monotheistischen Glauben, in dem Aton als einziger Gott verehrt wurde. Aber er wurde nicht bildlos verehrt, sondern als Sonnenscheibe mit strahlenförmigen Händen dargestellt. Zudem lebte Echnaton nach dem Auszug aus Ägypten, der gemäß biblischer Datierung (1Kö 6:1) Mitte des 15. Jahrhunderts v. Chr. stattfand.

Sichtbare Götter waren damals der absolute Standard. Gottes Anweisung, von ihm kein Bildnis zu machen, war revolutionär – obwohl weder Noah noch Abraham, Isaak und Jakob einen bildhaften Gott verehrten (1Mo 12:7-8). In 2Mo 20 erhielt Israel die zehn Gebote, die klar zum Ausdruck bringen, dass sich niemand ein Bildnis von Gott machen darf (2Mo 20:4). Doch bereits kurze Zeit später verlangte das Volk von Aaron, dass er ihnen Götter machen solle. Das führte zur Anbetung eines goldenen Kalbs (2Mo 32:1-4). Die Bilderverehrung und der Götzendienst blieben sowohl beim Volk Israel als auch in der Kirchengeschichte ein Problem, das sich kaum aus der Welt schaffen ließ (Ri 2:11-13 / 2Kö 17:7-18). Bis heute werden Statuen von Jesus und Maria angebetet oder zumindest verehrt. Aber warum ist das so?

Da wir Menschen stark auf Visuelles reagieren, nehmen wir das Sichtbare oft als einzig verlässliche Realität wahr. Deshalb fällt es uns leichter, auf etwas zu vertrauen, das wir sehen können – seien es Menschen oder menschengemachte Dinge. Das Vertrauen auf einen unsichtbaren Gott fällt vielen schwer, weil sie daran zweifeln, ob er wirklich existiert (2Kor 5:7).

Paulus macht in seinen Briefen deutlich, dass das Sichtbare nicht durch sich selbst entstanden ist (Röm 1:20). Wir Menschen haben unseren eigenen DNA-Code nicht selbst geschrieben! Das muss jemand gewesen sein, der über der sichtbaren Materie steht. Einige Physiker vertreten die Auffassung, dass Materie ohne eine formende, immaterielle Informationsebene nicht existieren kann.

Paulus schreibt, dass wir Gottes unsichtbares Wesen anhand der Genialität der Schöpfung erkennen können. Darum will ich nachfolgend einige Aspekte aufzählen, die auf einen Schöpfer hinweisen:

  1. Die außerordentliche Komplexität und das erkennbare Design in der Natur – von der DNA bis zu den Galaxien – weisen auf einen intelligenten Urheber hin (Ps 19:2 / Ps 139:14). Zufällige Prozesse können diese präzise Ordnung nicht vollständig erklären.
  2. Die konstanten physikalischen Gesetze (Gravitation, Thermodynamik, Entropie etc.) zeigen eine zugrundeliegende Ordnung und Rationalität, die auf einen gesetzgebenden Verstand hinweist (Hiob 38:33 / Jer 33:25).
  3. Kausalität und Ursprung. Das Kausalitätsprinzip besagt: Alles, was einen Anfang hat, hat eine Ursache. Das Universum hatte einen Anfang (1Mo 1:1), also muss es eine erste Ursache geben – den ungeschaffenen Schöpfer, der über Raum und Zeit steht (Joh 1:3 / Kol 1:16-17).
  4. Die Schönheit und Zweckmäßigkeit in der Natur geht oft über bloße Funktionalität hinaus. Dies deutet auf einen Schöpfer hin, der nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch erschafft (Ps 104:24).
  5. Die Feinabstimmung des Universums. Die präzise Abstimmung der kosmischen Konstanten, die Leben ermöglichen (anthropisches Prinzip), lässt auf einen planenden Geist schließen (Jes 45:18).
  6. Inneres Gottesbewusstsein. Zusätzlich zur äußeren Offenbarung hat Gott jedem Menschen ein Bewusstsein für Ewigkeit ins Herz gelegt (Pred 3:11), sodass die Erkenntnis des Schöpfers von innen und außen bezeugt wird (Röm 2:14-15).

Obwohl die Existenz eines Schöpfergottes in seiner Schöpfung erkennbar ist, passt diese Erkenntnis nicht in jedes Lebenskonzept – besonders dann nicht, wenn man einen Lebensstil führen möchte, den man nicht vor einer göttlichen Instanz verantworten will (Röm 1:18-19). Deshalb ist der Glaube an Gott weniger eine Frage des Verstandes als vielmehr des Herzens (Spr 4:23 / Mt 5:8).

Der Glaube ist nicht bloß eine intellektuelle Zustimmung, sondern eine vertrauensvolle Beziehung zu dem, der uns geschaffen hat (Joh 17:3). Er befreit von Schuld, gibt Hoffnung und verleiht dem Leben Ziel und Sinn (Joh 8:36 / Röm 15:13).

Dieses Vertrauen auf Gott ist ein unermesslich wertvolles Geschenk – und es lohnt sich, es mit Dankbarkeit anzunehmen (Heb 11:6).