Samstag, 13. September 2025 · Bibelwissen

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Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?

Psalm 56,12

So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des Heiligen Geistes.

Apostelgeschichte 9,31

Die rhetorische Frage „Was können mir Menschen tun?" ist angesichts von Davids Umständen mehr als erstaunlich! In Israel wurde er von König Saul verfolgt (1Sam 19:1-24), und als er ins Land der Philister floh, wurde er in Gat gefangen genommen (1Sam 21:10-15). David war bei den Philistern kein „unbeschriebenes Blatt" – sie wussten genau, wie er ihren Helden, den hünenhaften Riesen Goliath, mit einer Steinschleuder getötet hatte (1Sam 17:48-51). Zudem kannten sie die Reigentänze, die in Israel über David gesungen wurden: „Saul hat seine Tausende erschlagen, David aber seine Zehntausende!" (1Sam 18:7)

Sowohl im eigenen Land als auch im Feindesland befand sich David in höchster Lebensgefahr. Aus menschlicher Sicht hatte er in Gat keine Überlebenschance mehr. Doch für David war der allmächtige, unsichtbare Gott die entscheidende Realität – und so wandte er sich in seiner aussichtslosen Lage voller Vertrauen an den HERRN (Ps 56:2-14). Im Gebet konzentrierte er sich ganz auf Gott, sodass in ihm die Gewissheit wuchs: “Gott ist da! Er umgibt mich, er hält Seine Hand über mir, und darum darf ich mich in Sicherheit wissen!” (Ps 139:5)

Das hebräische Wort "batach" bedeutet mehr als nur "eine vage Hoffnung auf Gott". Es beschreibt vielmehr eine tiefe Zuversicht und das sichere Bewusstsein, in Gottes Schutz zu stehen. Daher gelangte David zu der Überzeugung: Menschen können mir nichts anhaben, wenn der HERR mich beschützt – ganz gleich, wie übermächtig sie erscheinen.

Die Aussage Davids erinnert an Paulus' Worte in Röm 8:31:

"Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns?"

Paulus macht in diesem Kontext deutlich, dass Gott uns durch den geschenkten Glauben rechtfertigt. Deshalb kann keine Macht im Universum erfolgreich Anklage gegen uns erheben. Menschen oder andere Mächte können uns zwar – mit Gottes Zulassung, die oft einem höheren Ziel dient – bedrängen oder sogar töten, aber sie können uns niemals das Heil und die Erlösung in Christus rauben (Röm 8:33-39).

Paradoxerweise verlieren Menschen, die den HERRN fürchten – also Ehrfurcht vor Ihm haben – zunehmend ihre Angst vor anderen Menschen (Spr 29:25). Warum? Weil der Gottesfürchtige den Anweisungen Gottes mehr Gewicht beimisst als menschlichen Forderungen (Apg 5:29) und sich gerade deshalb in Gottes Schutz geborgen wissen darf!

Diese Form des Vertrauens, wie sie David lebte, wurde auch für die junge Gemeinde in neutestamentlicher Zeit zum Fundament ihres Wachstums.

Nachdem der HERR den eifrigsten Christenverfolger seiner Zeit bekehrt hatte und Saulus von Tarsus zum Christen wurde (Apg 9:1-19), kehrte dieser nach Jerusalem zurück. Viele Gläubige fürchteten sich noch vor ihm, da sie an der Echtheit seiner Bekehrung zweifelten (Apg 9:26). Zusätzliche Unruhe entstand, als die Hellenisten – griechisch sprechende Juden, die außerhalb Israels lebten – mit Paulus in Streit gerieten (Apg 9:29).

Nach Paulus' Überführung nach Cäsarea erlebte die Gemeinde in Judäa, Galiläa und Samaria eine Zeit des Friedens – sowohl äußerlich als auch innerlich. Durch ihre Gottesfurcht und mit dem Beistand des Heiligen Geistes wuchs die Gemeinde stetig, sodass immer mehr Menschen zum Glauben an Jesus Christus fanden (Apg 9:31).

Wer den Blick auf den HERRN richtet (Hebr 12:2), entwickelt Ehrfurcht vor Ihm, verliert die Angst vor Menschen und darf sich in Gottes Schutz geborgen und sicher wissen (Ps 34:8-10). Dadurch entsteht ein innerer Friede, der zu einer wohltuenden Gelassenheit führt (Phil 4:6-7).

Das wünsche ich heute allen von ganzem Herzen!