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Eine Frage, die immer wieder auftaucht

Die Frage nach dem Leid

Warum gibt es so viel schweres Leid auf dieser Erde? (Röm 8:22 / 1Petr 4:12-13)

Warum trifft gerade mich dieses schwere Schicksal? (Hi 3:11-12 / Ps 73:13-14)

Warum geht es mir so schlecht und vielen anderen so gut? (Pred 7:15 / Ps 73:3-5)

Warum gibt es in Afrika so viel Hunger und in Europa haben wir seit Jahrzehnten volle Ladenregale? (Spr 30:8-9 / 1Tim 6:17-18)

Warum lässt Gott zu, dass so viel Schreckliches passiert und dass sogar gute Menschen so viel leiden müssen? (Hi 1:8-12 / Röm 8:28)

usw.

Warum stellen wir diese Fragen?

Wir haben gelernt: "Jede Wirkung hat eine Ursache!" Wenn jemand immer wieder ungesichert in großer Höhe arbeitet und dann irgendwann einmal zu Tode stürzt, wundert uns das nicht so sehr (Pred 10:8). Wenn jemand jeden Tag nur Hamburger, Pommes und Schokolade isst, dann wundert es uns nicht, wenn er bald einmal gesundheitliche Probleme bekommt. Wenn sich jemand andauernd lieblos und brutal verhält, dann wundert es uns auch nicht so besonders, wenn dieser Mensch unbeliebt ist (Spr 15:1 / Gal 5:22-23)!

Es geschehen aber auch Dinge, bei denen wir keine Ursache erkennen können, und uns fragen, warum dies oder jenes geschehen musste. Der Atheist sagt sich vielleicht: "Das war Schicksal! Der eine hat einfach Glück und der andere Pech, obwohl er nichts falsch gemacht hat!" Viele religiöse Menschen sind überzeugt: "Jedes Leid hat auch etwas mit Gott zu tun! Entweder bestraft Gott oder Er belohnt! Wenn ich fromm bin und mich bemühe, nicht zu sündigen oder einfach 'lieb zu sein', dann wird Gott mir Wohlstand, Glück und Segen schenken, und wenn ich nicht nach den Ordnungen Gottes lebe, dann wird es mir schlecht gehen, denn die Bibel sagt eindeutig:

Wir stellen die Frage nach der Ursache des Leids, um zu verstehen, warum etwas geschieht, damit wir – wenn immer möglich – uns selbst vor einem solchen Schicksal schützen können (Spr 22:3)! Es verunsichert uns zutiefst, wenn Dinge geschehen, die wir nicht erklären oder einordnen können! Es beruhigt unsere Seele, wenn wir für möglichst viel eine plausible Erklärung zur Hand haben! Wir können fast nicht anders, als nach dem "Warum" zu fragen.

Dabei geht es aber nicht nur darum, möglichst vielen Nöten auszuweichen, sondern auch darum, den Sinn des Lebens und des Leids zu erkennen. Gerne möchten wir auch verstehen, was Gott sich dabei gedacht hat, weil unser Gottesbild mit dieser Frage verknüpft ist! Je verzerrter ein Gottesbild ist, desto beunruhigter ist auch die Seele eines Gottesfürchtigen. Die Frage nach dem Sinn des Leidens ist zutiefst eine Frage nach Gott. Sie ist auch stark mit unserer Identität verknüpft.

Wer davon ausgeht, dass es einen allmächtigen Gott gibt, der die Liebe in Person ist (1Joh 4:8), kann nur sehr schwer verstehen, warum dieser Gott so viel Leid zulässt. Mit dem Buch Hiob beantwortet uns Gott diese Frage zu einem wesentlichen Teil. Allerdings finden wir diese Antworten nur dann, wenn wir vertieft darüber nachdenken. Wer das Buch einmal schnell durchliest, hat nur an der Oberfläche gekratzt, und wer das Neue Testament nicht kennt, versteht ebenfalls nur einen Teil der Botschaft (2Tim 3:16-17)!

Das Buch Hiob – einmalig, faszinierend, geheimnisvoll, verstörend und auch erhellend

Die Ausgangslage

Bevor ich einige Gedanken über dieses unvergleichliche Buch weitergeben möchte, lese ich zunächst einige Verse vom Anfang dieses Buches: