Sonntag, 31. August 2025 - Bibelwissen

*🎵 Anhören* → News abonnieren!

Wohl allen, die auf ihn trauen!

Psalm 2,12

Durch Christus Jesus haben wir Freimut und Zugang in aller Zuversicht durch den Glauben an ihn.

Epheser 3,12

von Ingo Mees

Der Psalmist beendet den Psalm 2 mit einem Jubelruf, der gleichzeitig eine große Verheißung beinhaltet. Er verspricht denen Wohlergehen, vollumfängliche Glückseligkeit, die „ihm" trauen, sich bei „ihm" bergen. Der erste Teil dieses Verses macht klar, wem unser Vertrauen gehören soll: Dem „Sohn" des HERRN (Ps 2:11-12a)! Von diesem Sohn ist bereits im 7. Vers dieses Psalms die Rede – wir finden also in Psalm 2 klare Christusprophetie (Hebr 1:5)!

Der Lehrtext aus Epheser 3:12 bringt auf den Punkt, was die Grundlage unserer Glückseligkeit ist: Es ist der freie und zuversichtsvolle Zugang zum Vaterherz Gottes, der uns im Glauben an Jesus Christus geschenkt ist (Röm 5:2 / Hebr 4:16). Ist dir eigentlich bewusst, was das für ein großes und wunderbares Gnadengeschenk darstellt? Zu dieser Glückseligkeit gehören

Dieser Weg der Glückseligkeit schließt schwere Erfahrungen und Nöte im Leben nicht aus. Aber der Heilige Geist will die Kinder Gottes in schweren Zeiten mit Kraft, Mut, Freude und Zuversicht erfüllen.

Ein bemerkenswertes Beispiel dafür ist der Rechtsanwalt und Christ Horatio G. Spafford (1828–1888). Im Jahr 1871 verlor er bei einem Brand in Chicago den größten Teil seines Vermögens und eines seiner Kinder – seinen einzigen Sohn. Zwei Jahre später waren seine Frau und seine vier Töchter an Bord eines Schiffes, als dieses auf dem Atlantik mit einem Segelschiff zusammenstieß. Die Frau konnte gerettet werden, aber alle vier Kinder von Horatio G. Spafford kamen bei diesem Unglück ums Leben. Zur Erinnerung an ihren Tod schrieb er 1876 ein Lied, dessen deutsche Übersetzung vielen von uns bekannt ist:

Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt, ob Stürme auch drohen von fern, mein Herze im Glauben doch allezeit singt: "Mir ist wohl, mir ist wohl in dem Herrn".

Auch Paul Gerhardts Lieder sind das Resultat eines leidvollen Lebens. Seinen Vater verlor er als Zwölfjähriger, seine Mutter als Vierzehnjähriger. Seine Jugend und seine besten Jahre verlebte er unter den Lasten des 30-jährigen Krieges, der das deutsche Land weithin verwüstete und die verheerende Pest mit sich brachte. Sein Geburtshaus, die Pfarrei und die Kirche seines Geburtsortes Gräfenhainichen brannten in den Wirren des Krieges nieder, gerade als er die Pfarrstelle dort übernehmen sollte. An diesem Tag verlor Paul Gerhardt seinen von den Eltern ererbten Besitz mit Gasthaus, Landwirtschaft und Wohnhaus. Wenig später starb sein Bruder an der Pest.

Vier seiner Kinder verlor er im frühen Kindesalter, eines lebte nur wenige Stunden, eines nur 7 Monate, eines 8 Monate und eines 14 Monate. Als seine Frau, die unter Schwermütigkeit litt, schließlich starb, hinterließ sie ihm einen einzigen sechsjährigen Sohn. In diesem Trauerjahr (1668) schrieb er das Lied „Ich bin ein Gast auf Erden", in dem er einige Nöte seines Lebens zum Ausdruck bringt. Dieses Lied hat das Bibelwort aus Ps 30:6 zum Grundgedanken: „Am Abend kehrt Weinen ein, und am Morgen ist Jubel."

Horatio G. Spafford und Paul Gerhardt stehen beispielhaft für viele christusgläubige Menschen, die ihr durch Jesus Christus erwirktes Recht in Anspruch nehmen, mit Freimut und Zuversicht Zugang zum Vaterherz Gottes zu haben und ihm alle Not ihres Lebens zu bringen (Röm 8:15 / Phil 4:6-7). Das darfst Du auch tun. Wohl dir, wenn du auf IHN traust, denn dann wirst du bezeugen können:

ER hat alles wohl gemacht (Mk 7:37)."