Samstag, 26. Juli 2025 - Bibelwissen

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Ich will euch heimsuchen, spricht der HERR, nach der Frucht eures Tuns.

Jeremia 21,14

Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

Matthäus 25,21

In Jeremia 21 wird beschrieben, wie König Zedekia Paschur fragt, ob die Stadt Jerusalem, die vom babylonischen König Nebukadnezar erneut belagert wurde, wieder verschont bleiben würde. Dies war seine große Hoffnung, begründet auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. Der HERR hatte früher geholfen und gerettet (Jes 37:36-37) – vielleicht würde er es auch jetzt wieder tun. Es scheint, als wäre Zedekias Hoffnung mit Glauben verbunden, eine Kombination, die oft zu einer Rettung durch Gott führte (Hebr 11:1 / Mk 11:24).

Doch der Kontext zeigt, dass der HERR durch Jeremia ein Strafgericht über Jerusalem ankündigen muss (Jer 21:5-7). Die Hoffnung und der vermeintliche "Glaube" des jüdischen Königs werden zunichte gemacht. Doch warum blieb Gottes Hilfe diesmal aus?

Die Antwort lässt sich so zusammenfassen: "Wie kann man auf eine Rettung von Seiten Gottes hoffen und gleichzeitig das Böse praktizieren? Wie kann der König von Jerusalem darauf hoffen, verschont zu bleiben, während er in seinen Gerichtsverhandlungen die Beraubten nicht befreit (Jer 21:12)?” Biblische Hoffnung und echter Glaube sind immer mit Liebe verbunden (1Kor 13:13 / Gal 5:6)! Wer böses Handeln nicht verabscheut und andere unterdrückt, kann nicht mit Gottes Rettung rechnen (Jes 1:15-17). Das musste auch Jakobus den „gläubigen Arbeitgebern" sagen, die ihren Arbeitern keinen Lohn ausgezahlt haben (Jak 5:4). Sie hatten ebenfalls einen Glauben ohne Liebe – und das ist kein echter Glaube (Jak 2:14-17)!

Inmitten dieser Gerichtsankündigung gibt es jedoch auch Hoffnung für diejenigen in der Stadt, die der Prophezeiung Jeremias glaubten. Wer aus der Stadt herausgehen und zu den Chaldäern überlaufen würde, konnte sein Leben retten (Jer 21:9). Dies war allerdings keine leichte Entscheidung, denn als Überläufer fühlte man sich wie ein Verräter. Zedekia weigerte sich, auf Jeremia zu hören, und verlor dadurch Gottes Schutz (Jer 39:7 / Jer 52:11)!

Ganz anders erging es dem guten und treuen Knecht, der über wenigem treu gewesen war. Er wurde belohnt (Mt 25:21). Der Herr eines großen Besitzes musste für längere Zeit ins Ausland reisen. Seinen verantwortlichen Knechten übergab er ein beachtliches Vermögen zur Investition und Vermehrung. Der erste erhielt 5 Talente, der zweite zwei und der letzte ein Talent – was 6.000 Denaren entsprach und den Lohn von etwa 20 Arbeitsjahren darstellte.

Der erste Knecht arbeitete "gut" – moralisch einwandfrei und tüchtig – sowie "treu", also zuverlässig und vertrauenswürdig. Dieses Gleichnis steht für Menschen, die vom HERRN während seiner Abwesenheit mit Begabungen ausgestattet werden, um für seine Sache zu arbeiten (1Petr 4:10 / Röm 12:6-8). Da der erste Knecht "im Kleinen" treu war, konnte er seine "Investition" verdoppeln. Als Folge erhielt er vom HERRN größere Verantwortung und durfte an der Freude seines HERRN teilhaben. Was bedeutet es eigentlich, im Kleinen treu zu sein? Mehr zu diesem Thema findest du hier!

Eine tätige Liebe führt nie zu einer Ablehnung Gottes, sondern letztlich immer zu einem Lob und seiner Anerkennung (1Kor 3:13-14 / 1Petr 1:7)!